Jahresteuerung in der Schweiz 2021

Jean-Charles Cotting Vermögen und Kapitalanlagen

4.1.2022 – Im letzten Monat des Jahres 2021 sank die Inflationsrate in der Schweiz gegenüber dem Vormonat November ganz leicht um 0,1%. Die durchschnittliche Jahresteuerung betrug 2021 0,6%. Wichtiger um die aktuelle Teuerungslage zu beurteilen ist die Inflationsrate im Vergleich zum Vorjahresmonat. Diese lag im Dezember 2021 bei 1,5% (Entwicklung der Teuerung von Dezember 2020 bis Dezember 2021). Diese Daten gehen aus dem Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) hervor, welche das Bundesamt für Statistik heute Vormittag publiziert hat.

Mit einer Jahresteuerung von 1,5% liegt die Inflation in der Schweiz zwar höher als in den Vorjahren, wir befinden uns aber immer noch in einem relativ tiefen Teuerungsbereich. Vorallem liegt die Teuerung in der Schweiz weiterhin deutlich tiefer als bei den wichtigsten Handelspartnern der EU und auch der USA.

So liegen die zuletzt publizierten Teuerungsraten in unseren direkten Nachbarländer doch deutlich höher:

  • Deutschland: 6,0%
  • Frankreich: 3,4%
  • Italien: 3,7%
  • Österreich: 4,3%

In den USA lag die letzte bekannt gegebene Teuerungsrate gar bei 6,8% und damit noch höher als in der EU.

Weiterhin ist unklar, ob der Teuerungsschub nur vorübergehender Natur ist. Jedenfalls hat die US-Notenbank FED angekündigt, die geldpolitische Ausrichtung etwas zu straffen. Allgemein geht man für dieses Jahr auch von leichten Zinserhöhungen durch das FED aus. Anders das Verhalten der Europäischen Zentralbank EZB. Diese wartet vorerst mit geldpolitischen Massnahmen ab. Die Schweizerische Nationalbank SNB ist wiederum stark von Massnahmenentscheiden der EZB abhängig und wird an ihrer Politik vorderhand wohl auch nichts ändern.

Die Teuerungsunterschiede zwischen der Schweiz und ihren Nachbarländern aber auch die leicht auseinander driftende Notenbankpolitik diesseits und jenseits des Atlantiks spürt man bereits seit einigen Monaten in der Entwicklung von US-Dollar, Euro und Schweizer Franken. Die Tendenzen dürften sich mit einer weiteren Abschwächung des EURO wohl fortsetzen.