Eigenheimpreise nähern sich einer Preisblase – werden sie aber überhaupt mal noch sinken?

Jean-Charles Cotting Immobilien und Finanzierung

14.8.2021 – Gleich zwei Banken haben diese Woche neuere Studien zu den Immobilienpreisen in der Schweiz publiziert. Gemäss dem von der UBS berechneten Immobilienblasen-Index stehen wir in der Schweiz auf einem Preisniveau, welches zur Sorge Anlass gibt. Der UBS Swiss Real Estate Bubble Index stieg im zweiten Quartal 2021 auf 1,90 von zuvor 1,78 Punkten, heisst es in dem am Dienstag veröffentlichtem Bericht. Demnach haben die Preise für Wohneigentum gegenüber dem Vorjahr um 5,4 % zugelegt, was der stärkte Anstieg seit acht Jahren ist. Damit haben die Preise die Einkommensentwicklung klar abgehängt.

Diesem Index zur Folge stehen wir kurz vor einer potenziell gefährlichen Preisblase. Einen ähnlichen Wert erreichte dieser Index zuletzt Ende der 1980er Jahre, bevor dann zu Beginn der 1990er Jahre eine heftige Immobilienkrise die Schweiz erschütterte.

Nur ist die Situation mit jener vor gut 30 Jahren vergleichbar?

Die Raiffeisen hat sich in einer Studie, welche sie am letzten Donnerstag publiziert hat, primär auf die Entwicklung des Baulands und der Baulandpreise konzentriert. Die Raiffeisen stellt da fest, dass die Preissteigerungen primär auf die Verteuerung des Baulands zurückzuführen ist. Diese Erkenntnis ist ja eigentlich nicht neu, zeigt aber auf, dass im Prinzip nicht die Häuser sondern das Land teurer wird. Insbesondere in zentrumsnahen Gegenden kennt die Preisentwicklung von Bauland nur eine Richtung: Nach oben.

Wird sich dieser Trend umkehren? Die laufende Verknappung des Angebots an Bauland ist schon beeindruckend und spricht dafür, dass Bauland auch künftig eher teurer wird als günstiger – zumindest in zentrumsnahen Lagen.

Ende der 1980er Jahre lag die Bevölkerungszahl in der Schweiz bei rund 6,6 Mio – inzwischen liegt sie bei über 8,6 Mio. Die Eigenheimquote ist mit knapp 40% in der Schweiz im internationalen Vergleich tief, liegt aber heute deutlich höher als Ende der 1980er Jahre, als sie bei etwas mehr als 30% lag. Steigende Bevölkerungszahlen und steigende Wohneigentumsquote, gepaart mit jahrelangem Tiefzinsniveau haben zu einer starken Preiserhöhung geführt. Das Bauland ist heute entsprechend auch knapper als vor einigen Jahrzehnten und dies wird sich eher noch akzentuieren. Die Angebotsknappheit dürfte somit auch längerfristig zu weiteren Preisanstiegen führen.